Alexander Rybak- Das “Soot-Schauspiel” ist beeindruckend. 5 Punkte

ENGEBRET SOOT IST EIN BEMERKENSWERTES THEATERSTÜCK

Quelle: Smaalenenes avis, veröffentlicht am 27.06.2015. Autor: Trond Erikson. Foto: Glenn Thomas Nilsen. Artikel bereitgestellt von May Elisabeth Nipen . Deutsche Übersetzung: Uta Bensel

Ein starkes Schauspiel in der Schleuse: Die Kostümprobe für “Soot” wurde zu einer nassen Angelegenheit.. Aber das festliche Publikum und gute Schauspieler wärmten sich an dem nassen und kühlen Abend an der Schleuse in  Ørje. Hier sieht man Dennis Storhøi als Engebret Soot (auf dem Krankenbett liegend), gemeinsam mit, Anne Lindholm (links) und Eldbjørg Solerød (auf dem Bett sitzend).

 

Wenn man Dennis Storhoi, Alexander Rybak, Ragnar Dyresen und Samuel Fröler auf der Besetzungsliste hat, sind das zugkräftige Namen, wenn es darum geht Menschen in eine Theatervorstellung zu bringen.

Verhandlungen: Engebret Soot war stets auf der Suche nach Geldgebern für sein Projekt. Hier sehen wir Ragnar Dyresen als Peder Anker (links), Paul Simen Stemmedal, Lars Kristian Ruud und Dennis Storhoi.

MARKER: Mit der Unterstützung von Schauspiel-Kollegen und Laiendarstellern aus der Region bereiteten diese dem Publikum einen großartigen Abend in der Schleuse von Orje. An den folgenden Tagen werden wir erleben, wie alle gemeinsam dem Stück zum Erfolg verhelfen werden.

IMMER BESSER

Gute Partner: Dennis Storhoi und Lars Johansen (rechts) – Man ist sich mal wieder einig.

Der erste Teil der Kostümprobe am Donnerstag machte gleich deutlich, worum es in dem Stück geht: nämlich um Wasser. Das Ergebnis waren durchnässte Mikrophone -und das viele Wasser von oben schien die Mitwirkenden anfangs noch etwas zu verunsichern.

Man wurde sich einig: Anne Lindholm schenkt Dennis Storhoi (links) und Lars Kristian Ruud Weinbrand ein.

Es lässt sich dennoch nicht der Eindruck vermeiden, dass der erste Akt des Stückes ein bisschen zu weitschweifig war und es einige kleine Momente mit Leerlauf gab. Man sollte die Handlung ein wenig straffen, so dass sie noch besser fließt. Im zweiten Akt jedoch ging es rund. Die Schauplätze wechselten ohne Unterbrechung und dem Ensemble gelang es, die Aufmerksamkeit der Zuschauer bis zum Ende zu fesseln.

GUTE REGIE – GUTE MUSIK

Geliebte überall: Engebret Soot hatte viele außereheliche Kinder, aber es gelang ihm, all seine Geliebten zu verheiraten. Hier eine Doppelhochzeit.

Die Leistung von Regisseurin Anneli Sollie ist beeindruckend. Trotz geringen Budgets und eines statischen Bühnenbilds hat sie es mit einfachen Mitteln geschafft, den Szenen Leben einzuhauchen. Außerdem war es eine brillante Idee, die Schleuse mit in das Spiel einzubinden.

Beim Trinken: Die Holzarbeiter liebten es, einen zu nehmen. Hier hat ein Prediger ein bisschen zu viel zu trinken bekommen von Karl Flota (Daniel Sandvik)

Das Theaterstück in der jetzigen Form ist in vielen Aspekten neu. Die hierfür neu geschriebene Musik von Henning Kvitness haucht der Handlung frischen Atem ein. Besonders für die Szenen mit den Holzarbeitern hat Kvitness eine Musik komponiert, die wie angegossen passt. In diesem Zusammenhang müssen auch die Musiker der Aufführung lobend erwähnt werden: Ingar Guttormsen, Day Tofteng und Johan Ostreng. Ein paar Kleinigkeiten können freilich noch leicht verbessert werden. Darunter der erste Song des Stücks, der in Anbetracht des Szenengeschehens zu peppig herüberkam. Und man mag sich fragen, warum das Lied „Fairytale“ ertönen muss, sobald Alexander Rybak die Bühne betritt. Sollte das vielleicht eine besondere Geste an das Publikum sein?

EINE SICH STEIGERNDE LEISTUNG

Plötzlich aufgeweckt von Engebret Soot: Ole Bull (Alexander Rybak) wurde in seinem Hotelbett von Engebret Soot geweckt, der dessen Konzert in Oslo verpasst hatte.

Im Übrigen muss man Alexander Rybak loben für die gute Wiedergabe von Ole Bulls Musik. Und den knurrigen Mann aus Bergen in seinem Hotelbett spielte er famos.

Gute Darstellung: Eldbjorg Solerod (links), Sanne Kvitness und Samuel Fröler verhalfen den Figuren Anne Soot, Inger Marie Sot und Sogneprest Heierdal zu Leben.

Die schauspielerische Leistung war allgemein gut. Das Ensemble der Profi-Schauspieler – Dennis Storhoi (als Engebret Soot), Ragnar Dyresen (als Peder Anker) und Samuel Fröler (als Pastor) – verhalf der ganzen Produktion zu einer guten Portion Selbstvertrauen.

Beeindruckende Stimme: Sanne Kvitness als Inger Marie Soot.

 

Die Laiendarsteller des Jugendmusiktheaters und des Theaters wachsen angesichts der Leistung solch talentierter Schauspielkollegen über sich hinaus. Allen voran verdienen hier Sanne Kvitness, Lars Johansson und Daniel Sandvik besondere Erwähnung. Ihre Darbietungen waren denen ihrer Berufskollegen ebenbürtig.

GROSSARTIGES STÜCK

Dass ein kleines Dorf ein so gut gemachtes Stück darbieten kann, ist beeindruckend. Und es ist etwas, auf das man sich im nächsten Jahr wieder freuen kann!

Stirbt nach Krankheit: Ein sterbender Soot in der ergreifenden Abschiedsszene des Soot-Spiels 2015.

 

Der Artikel ist auch in Norsk verfügbar.

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