Alexander Rybak über die Verletzungen in Weißrussland. „MIlki“ und das iPhone 6s

Alexander Rybak über die Verletzungen in Weißrussland. „MIlki“ und das iPhone 6s

Quelle: vgr.by. Text: ЭВИКА ОТТО. Veröffentlicht am 9.11.2015
Foto aus dem persönlichen Archive von Alexander Rybak
Überseztung ins englische:  TessaLa. Überarbeitet von Sonya Luzina und Katie Anderson

Deutsche Übersetzung: Uta Bensel 

Nach dem misslungenen Versuch, die weißrussischen Mädchen der Gruppe „Milki“ zum „ESC 2015“ zu schicken, ließ sich der norwegische Sänger Alexander Rybak eine Zeit lang nicht in Weißrussland blicken. Der Künstler reagierte damit emotional auf den „Verlust“ und erklärte seinen Groll in einem Video auf seiner Facebook Seite. Ein Jahr später jedoch hat sich Rybak beruhigt und beschlossen zurückzukehren – dieses Mal mit einer Tournee. Eines der ersten Konzerte wird am 12. November in der Konzerthalle der staatlichen Universität Yanka Kupala in Grodno stattfinden.

Alexander Rybak wird mit seiner Gruppe „Milki“ auftreten, wozu übrigens Victoria Nazarko aus Grodno gehört.
Am Abend des Konzerts sprachen wir mit dem Sänger. Der Musiker erzählte uns, wie er sich in Weißrussland fühlt und wofür er seine Gage ausgibt.

Grodno ist eine der ersten Städte unseres Landes, in denen du ein Solokonzert gibst. Warum bist du nicht vorher in Weißrussland aufgetreten?

– Ich gebe selten Konzerte, weil es mir wichtig ist, alles auf einem qualitativ hohen Niveau zu geben. Ich habe überall auf der Welt Fans und ich muss daher viele Länder besuchen. Jetzt sind es zwei Konzerte in Weißrussland, und diese sind mir wichtig. Ich werde klassischen Titel präsentieren und mein Können zeigen, alles, woran ich in den letzten Jahren gearbeitet habe. Wenn ich auf der Bühne stehe, möchte ich, dass das Publikum die Musik spürt und intensiv erlebt.

Wir haben seit fast einem Jahr nichts von „Milki“ gehört. Wie läuft es mit diesem Projekt? Warum hast du so lange nicht daran gearbeitet?

– Dieses Projekt wurde ins Leben gerufen, um ein Stück weißrussischer Kultur in Europa zu zeigen. Als wir dann nicht die Gelegenheit erhielten, Weißrussland beim ESC zu vertreten, musste ich erstmal runterkommen – das dauerte ein halbes Jahr. Ich hatte immer beabsichtigt, mit den Mädchen weiter zu arbeiten und jetzt sind wir wieder da: sie treten schon auf und wir haben für ein Jahr einen Vertrag geschlossen. Gerade schreibe ich gemeinsam mit Slava Rakitin zwei neue Songs für sie. Die Bandmitglieder sind die gleichen geblieben, jedes der Mädchen hat ein besonderes Talent.

Wie empfindest du die Tatsache, dass „Milki“ nicht zum ESC fuhr?

– Das war eine Niederlage für den nationalen Vorentscheid, nicht für die Gruppe „Milki“.

Ich glaube, du hast einen sanften Charakter. Wie lebt es sich damit in der Welt des Showbusiness?

– Natürlich freue ich mich, wenn den Menschen mein Lächeln gefällt, aber noch schöner ist es, wenn sie meine Seele mögen. Ich bin ein sehr dankbarer Künstler, aber ich weiß, dass man im Showbusiness geradlinig und ansehnlich sein muss.

Wofür hast du deine erste Gage ausgegeben? Und falls du eine Schwäche hast, wofür gibst du dein Geld aus?

– Als ich ein Kind war, reiste ich mit Papa durch Europa und wir machten auf der Straße Musik. Damals wohnten wir in den luxuriösesten Hotels von unserer Gage, aber heutzutage gebe ich all mein Geld für neue Songs und Videos aus. Wirklich viel habe ich für mein erstes Musical und die Produktion des Hörbuchs „Trolle“ in Skandinavien ausgegeben.

Als du vor einem Jahr in Grodno warst, bemerkten wir, dass dein iPhone4 ein zerbrochenes Display hatte. Du hast dir noch nicht das iPhone 6s gekauft, das gerade herausgekommen ist? Und was hältst du von dem großen Hype der jungen Leute um die trendigen Apple Produkte?

– Bevor das iPhone 6s rauskam, hatte ich mir das iPhone6 gekauft. Ich muss mir nicht jedes Jahr ein neues Handy kaufen. Warum sollte ich für ein iPhone 6s Geld ausgeben, und dann meine Zeit darauf verschwenden, Ordner und Kontakte darauf zu übertragen? Ich kaufe mir lieber ein neues Spiel für die Xbox 360 oder lade Freunde in ein teures Restaurant ein, erklärt Alexander lächelnd

Du reist viel und lebst in einem der wohlhabendsten Länder der Welt. Wie denkst du in dem Zusammenhang über Weißrussland?

– Als ich in Russland ankam, fühlte ich mich als Slave, aber als ich schließlich Minsk besuchte, fühlte ich mich zu Hause. Nachdem ich so viele Jahre in Norwegen gelebt habe, war das ein gutes Gefühl. Jetzt versuche ich, häufiger herzukommen und meine Landsleute mit neuen Songs zu erfreuen.

Ein Fan aus Israel hat dich dermaßen verfolgt, dass du ihr einen Song gewidmet hast „Leave me alone“ („Lass mich zufrieden“). Ich weiß, dass sie dir auf Tournee gefolgt ist und dich 60 Mal am Tag angerufen und sogar den Kontakt zu deinen Eltern gesucht hat. Ist diese Geschichte jetzt vorbei?

– Sie ist vorbei (seufzt und lacht). Das war die negativste Erfahrung meines Lebens. Heute versuche ich, positiv und dankbar zu leben. Diese Eigenschaften verdanke ich meiner „norwegischen“ Erziehung. Ich habe ausgezeichnete Kontakte zu anderen Fans. Wir kommunizieren über Facebook und Instagram: Ich teile meine Freuden, Probleme und Projekte. Und ich finde es gut, wenn ein Mädchen, mit dem ich mich treffe, schon viel über mich aus dem Internet weiß. Das bedeutet, dass sie an meiner Karriere interessiert ist und ich ihr nicht gleichgültig bin.

Zur Person

Alexander Rybak wurde 1986 in Minsk geboren und zog im Alter von fünf Jahren mit seinen Eltern nach Norwegen. Als Gewinner des „Eurovision Song Contests 2009“ hält er das Rekordergebnis von 387 Punkten. 2014 gründete Rybak die Gruppe Milki und wählte fünf Mädchen aus Weißrussland aus, darunter eine Sängerin aus Grodno, um am nationalen Vorentscheid Weißrusslands für den ESC 2015 teilzunehmen. Entsprechend der Abstimmung im Publikum landete „Milki“ auf dem zweiten Platz.

 

 

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