Ich dachte, ich wäre Superman, sagt Alexander Rybak, Interview TV2.no, 5.5.2018

Diesmal werde ich es anders machen

Quelle: TV2.no, veröffentlicht am 5.5.2018. Text:  Ins Englische übersetzt von TessaLa, überarbeitet von Anni Jowett.
Ins Deutsche übersetzt von Mónika Menyhért, überarbeitet von Uta Bensel.

Letztes Mal ging es schief, hier sind die Dinge, die Alexander Rybak dieses Mal anders machen wird, wenn er gewinnt.

Ich dachte, ich wäre Superman, sagt Alexander Rybak (31)

Norwegens Eurovisions-Hoffnung, Alexander Rybak (31), sprach offen darüber, dass vieles schief gelaufen ist, als er 2009 den Eurovision Song Contest in Moskau gewann. Er wurde von einem bekannten Violin-Talent in Norwegen zur Hauptperson eines riesigen europäischen Märchens.

Es wurde einfach zu viel  und der massive Stress ließ ihn “in die Wand schlagen”.

Ich dachte, ich wäre Superman

Diese Woche erzählte er der TV-show “Senkveld mit Thomas und Harald”, was schief gelaufen ist.

– Ich war nicht gut darin, “nein” zu sagen, und dachte,  ich müsste zu allem in Europa “ja” sagen. Ich sagte zu oft “ja”, sagt er.

Es endete mit einem großen Rennen, in dem er von Land zu Land reiste, um aufzutreten und TV-Interviews zu geben. Er sagt, all dies führte im Jahr 2011 zu einem Nervenzusammenbruch. Es passierte zu der Zeit, als er wieder auf der Bühne des Eurovision Song Contest stand, Norwegen das Gastgeberland war und die Party in Oslo stattfand.

Ich war sehr schwierig

Jetzt setzt sich Alexander Rybak wieder einmal der Bühnenöffentlichkeit aus. Anfang der Woche sprang Norwegen nach den ersten Proben in Lissabon auf Platz zwei der Buchmacher-Liste. Daher ist es nicht ausgeschlossen, dass er den Sieg noch einmal nach Hause bringen kann.

Aber diesmal glaubt er, er habe die Kontrolle.

“Ich kann sagen, dass ich dieses Jahr ein wenig besser darauf vorbereitet bin. Vor neun Jahren war ich voll jugendlichen Selbstbewußtseins.”

Ideen anderer wurden nicht in Betracht gezogen, wenn sie nicht meine waren. Zu der Zeit habe ich gewonnen. Aber egal, wie es in diesem Jahr ausgeht, ich werde mir dieses Mal mehr Freunde machen, sagt Rybak.

– Du sagst, dass du nur ein bisschen schwierig warst? – fragt Harald Rønneberg
– Sehr sogar, ich war sehr schwierig. Und ich kann sicherlich noch besser sein, als ich es jetzt bin. Aber wenn ich bemerke, dass der Tontechniker etwas Schönes vorschlägt, an das ich nicht gedacht hatte, zum Beispiel, wie mein Singen sich klarer anhören könnte, höre ich ihm zu. Vor neun Jahren hätte ich es einfach ignoriert, sagt Rybak.

Es muss alles dafür getan werden, dass Rybak sein Bestes geben kann

MGP-Generalsekretär und Delegationsleiter bei NRK, Stig Karlsen, erklärt TV2, dass sie ein gutes Team in Lissabon um Rybak herum aufgebaut haben.

Alexander war erst 22 Jahre alt, als er 2009 gewann. Die Situation ist jetzt anders. Alexander ist sich dessen bewusst, was er machen wird und welche Prioritäten er setzen soll. Neben der guten Unterstützung in der norwegischen Delegation hat er auch ein gutes und sicheres Management, das sich über das ganze Jahr so gut wie möglich um ihn kümmert. Er werde sowohl von NRK als auch von seinem Management gut betreut werden, wenn er am 12. Mai wieder gewinnen sollte, schreibt er in einer E-Mail an TV2.

Er schreibt weiterhin, dass Prioritäten vor dem Halbfinale und dem Finale wichtig seien und dass sowohl die norwegische Delegation als auch Rybak selbst sich auf solide Erfahrungen aus der Vergangenheit stützen können.

– Diese Erfahrung bedeutet, dass wir gemeinsam Prioritäten setzen können, um all diese Arbeit und Vorbereitungen in Ruhe durchführen zu können. Alexander und das Team müssen auf der Bühne ihr Bestes geben können, schreibt er.

Als Norwegen Anfang der Woche auf den zweiten Platz der Buchmacher-Liste kletterte, wurde den Menschen klar, dass Rybak wieder gewinnen kann.

– Alexander freut sich sehr, dass die ersten Proben so gut gelaufen sind und wir freuen uns auf die Fortsetzung. Jetzt stehen das Üben und die Wiederholungen im Mittelpunkt für Alexander. Schlaf, Erholung und allgemeine Vorbereitung stehen ebenfalls hoch auf der Prioritätenliste, sagt Karlsen.

Immer auf das Schlimmste vorbereitet

Bei den Vorbereitungen auf die letzte Woche hat Alexander Rybak eine neue Methode, mit dem Druck fertig zu werden: Er erzählt Senkveld, dass er sich immer auf das Schlimmste vorbereitet.

Bevor ich auf die Bühne gehe, bereite ich mich auf das Schlimmste vor, was passieren kann. Zum Beispiel, wenn ich auf mich selbst pinkle. Also wenn das passiert, werde ich gut genug vorbereitet sein, so dass es schließlich gut ausgeht, erklärt Rybak.

Deshalb war er auf alles Mögliche vorbereitet, außer auf den Sieg im norwegischen Finale.

– Ich war wirklich auf jedes Ergebnis vorbereitet, außer dass ich gewinnen kann. Deshalb war ich mich ziemlich durcheinander, sagt er.

Er wurde von einem weiblichen Fan angegriffen

Als er 2009 in Moskau gewann und Tausende von Autogrammen gab, endete das in einem Chaos.

– Ich vertraute allen Menschen blind, die mir anscheinend etwas zu sagen hatten. Dann gab es eine Autogrammstunde in Moskau. Die Stimmung wurde ziemlich hysterisch, mehrere tausend Leute waren dort anwesend. Und schließlich kam da eine Dame zu mir, nahm mich an der Hand und sagte, dass ich dort nicht in Sicherheit sei. Sie führte mich dann zu einem Zelt und fing an, mich zu umarmen und zu küssen!, lacht Rybak.

Er ist jetzt in Lissabon, um Norwegens Ehre im internationalen Finale zu verteidigen. Am kommenden Donnerstag steht er im Halbfinale, wie neben anderen auch Schweden und Dänemark. Er wird dort als Erster auftreten, und das Wichtigste ist dabei, genügend Stimmen zu erhalten, um Norwegen einen Platz im Finale am Samstag zu sichern.

 

Der Artikel ist auch in English verfügbar.

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