Jeder will ein Stück von Alexander Rybak, Aftenposten 11.03.2018

Alexander Rybak sieht den Anstrengungen, die ihn erwarten, freudig entgegen.

Das Management des MGP Gewinners Alexander Rybak macht Pläne mit Blickrichtung auf das Finale in Portugal. Es geht darum, öfter “nein” als “ja”  zu sagen, wenn Anfragen kommen.

Text zum Foto:  So lange ich auf das, was mich am nächsten Tag erwartet, vorbereitet bin, geht es meistens gut, sagt Alexander Rybak.

Quelle: Aftenposten.no, veröffentlicht 11.03.2018. Text und Foto: Arve Henriksen. Ins Englische übersetzt von Jorunn Ekre, überarbeitet von Anni Jowett. Deutsche Übersetzung: Ulli und Susanne.

Lächelnd und frisch, mit einer halb eingerosteten Stimme,  trifft Alexander Rybak eine  Auswahl der Presse für ein Gespräch am Tag nach seinem Sieg im  MGP Finale am Samstag Abend. Sein Lied “That’s How You Write a Song” ging an die Spitze beim “Melodi Grand Prix” Finale im Oslo Spektrum.
– Ich weiß, dass die Anforderungen hoch sind,  aber ich denke, als Künstler wäre es schlecht ohne Medien und Fans. Es geht immer darum, gut vorbereitet zu sein. Und wenn du darauf vorbereitet bist, was am nächsten Tag kommt, und das passiert mehr oder weniger, ist das OK sagt Rybak.
Seit er den Eurovision Song Contest in Moscow 2009 gewonnen hat, ist er in vielen Teilen Europas sehr gefragt, vielleicht vorwiegend in den osteuropäischen Ländern. Es wird nicht weniger werden nach dem Sieg am Samstag. 

Viele Medienleute wollten mit Alexander Rybak nach dem Sieg im MGP am Samstag Abend sprechen..

Jeder möchte ein Stück Rybak

-Es gibt eine Menge Anfragen aus ganz Europa. Alexander ist in Europa gefragter, als die Menschen in  Norwegen vielleicht realisieren. Er spielt überall und hat immer noch mehr Tage unterwegs als zu Hause in Oslo,  sagt seine Managerin Mari Rustøy von Artistpartner.

Zusammen mit NRK wird das Management einen Plan ausarbeiten, der Rybak nicht auslaugt und die Fans und die Medien zufrieden stellt vor und während  des Finales im Mai. 2000 Medienleute werden in Lissabon warten, eingeschlossen die Fan-Medien, und jeder will ein Stück von dem ehemaligen Eurovisions-Gewinner, der immer noch den offiziellen Punkterekord im  Eurovision Song Contest hält.

-Die Dinge müssen passen.  Gleichzeitig ist es wichtig, sicher zu gehen, dass es nicht Zuviel für Alex wird, vor allem auch, wenn es viele Tage mit Reisen beinhaltet. Wir bringen die Erfahrungen mit, die er nach dem Finale in Moskau gemacht hat. Es ist damals etwas zuviel geworden, sagt Rustøy.

Alexander Rybak war ein populärer Gewinner des diesjährigen MGP 2018. Foto: Audun Braastad, NTB scanpix

Sein eigener Fehler

Während des  Eurovision Song Contest Finales in Düsseldorf 2011 arbeitete Rybak als Experte für NRK. Das blieb unter seiner Fans nicht unbeachtet..
– Es war nicht gut durchdacht, aber es war tatsächlich ich selbst, der um diesen Job gebeten hat.  Ich bin fast nicht zum Arbeiten gekommen – mehr und mehr Leute wollten Fotos. Es war das Ergebnis  der Art zu Denken von einem typischen jungen Künstler. Einem, der alles,  jeden möglichen Beruf ausprobieren  will. Jetzt kenne ich meine Grenzen. Er kichert.

Rybak ist nicht der erste Eurovision Gewinner, der einen neuen Anlauf nimmt.

-Wenn du als ehemaliger Gewinner zurück kommst, gibt es einen hohen Erwartungsdruck. Viele werden glücklich sein, Alexander wiederzusehen. Also bin ich mir sicher, dass er viel Aufmerksamkeit bekommt, wenn er nach  Portugal kommt, sagt Jon Ola Sand, der Kopf des Eurovision Song Contests in der European Broadcasting Union (EBU).

EBU überlässt es NRK und Rybak einen Plan zu machen, der sicher stellt, dass auf den Künstler bestmöglich achtgegeben wird.  

-Er muss an all den offiziellen Veranstaltungen teilnehmen, an Pressekonferenzen, Eröffnungszeremonien und Ähnlichem. Darüber hinaus muss das Management um Rybak herum sicherstellen, dass es nicht zuviel wird. Da kann es endlose Anfragen von verschiedenen Medien zu Interviews außerhalb der geplanten Termine, die wir betreiben, geben, sagt Sand.

Foto: Tor G. Stenersen

Kämpft mit einem “Gedankenkarrusell”

In einem Interview im “A-magasinet” Anfang März, spricht Rybak über seine Probleme bezogen auf  das, was er “Gedankenkarrusell” nennt, eine Konsequenz aus dem Gefühl unzureichend zu sein.

Deshalb ist er gewissenhaft darin, besser darin zu werden, auf sich selbst aufzupassen, auch in den Monaten vor dem Finale. 

-Dort werden ungefähr 200 Nachrichtenmagazine sein, die ein Interview in den Wochen vor dem Finale haben wollen, aber wir begrenzen es auf vier bis fünf. Es geht darum, es nicht zu übertreiben. Also während des Finales in Lissabon werde ich die offiziellen Pressekonferenzen nutzen. Darauf freue ich mich. Ich kann viel Spaß verbreiten sagt er.

Darum wird er keine Zeit und Energie damit verbringen, durch   Europa zu reisen, um sein diesjähriges Lied zu promoten, so  wie viele andere es gemacht haben. 

-Wenn wir über dieses Lied sprechen, ist jede PR keine gute PR. Das Lied ist  nicht das Gleiche ohne die Show auf der Bühne. Man hört  “Singin in the Rain” selten im Radio. Es ist nicht so cool ohne Gene Kelly und den Laternenpfahl. Darum habe ich viel Energie in das Musikvideo gesteckt, sagt Rybak über sein Gewinnerlied “That’s How You Write a Song”.

Diesen Herbst tourt er mit den Trondheimsolistene. Sie brauchen nicht nervöse zu sein, dass er aussteigt, wenn er das Finale im Mai  in Lissabon gewinnt.
-Sie sollten viel mehr hoffen, dass ich es gut mache, dann wird der Ticketverkauf besser laufen. Ungeachtet wie viel Erfolg ich haben werde, ich werde nie vergessen, dass meine Wurzeln in der klassischen Musik liegen, sagt Rybak.

 

Der Artikel ist auch in English und Norsk verfügbar.

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