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Wir leben wie eine Familie – verdammt, was für ein Leben!

Alexander Rybaks nahe Freundinnen erzählen.

Alexander Rybak hat keinen Mangel an süßen Mädchen, weder vor noch hinter der Bühne. Die, die ihm am nächsten stehen, sprechen über das spezielle Leben mit dem Eurovision-Gewinner.

Text zum Bild: Nahes Verhältnis: Alexander Rybak hat Kathrine Hvinden Hals und Maria Slyngstad in seinem engstem Unterstützungsteam. Continue reading Wir leben wie eine Familie – verdammt, was für ein Leben!

“Da war ein Junge – ein sehr seltsamer, verzauberter Junge …

(Geschrieben von Irena Bay, 23. 01. 2010, Übersetzung von Susanne)

Es war einmal ein junger Mann, der hatte den Traum Menschen zum Lächeln zu bringen – den Traum ihnen eine Geschichte mit seinem Lied zu erzählen. Sein Traum wurde wahr!

 

 

Es war am 16. Mai 2009 in der russischen Hauptstadt Moskau, als Alexander Rybaks Lied, sein Lächeln und seine Geige die Herzen der Menschen in Europa verzauberte. Das brachte ihm den Pokal beim Eurovision Song Contest ein und die höchste Punktezahl, die je in dem Wettbewerb erreicht worden war: 387! Seit diesem Tag lassen Mobiltelefone überall in Europa und im Rest der Welt die Melodie von “Fairytale” in den Weltraum erklingen! 🙂

“Die größte Sache, die du je erfahren wirst, ist zu lieben und geliebt zu werden!”
(“The greatest thing you’ll ever learn is to love and to be loved in return!”)

Alexander Rybak wurde am 13. Mai 1986 in Minsk, Weißrussland (das damals Teil der Sowjetunion war) als niedliches, dickköpfiges und talentiertes Baby den Eltern Natalia (Pianistin) und Igor (Geiger) geboren. Als Alexander drei Jahre alt war, ging sein Vater Igor mit einem Musikensemble auf Tour. Und bevor er merkte, wie ihm geschah, verlor er hoffnungslos sein Herz an Norwegen”! Er entschied sich, dort zu bleiben. Außergewöhnliche Zeiten begannen für die kleine Familie: die Mutter Natalia blieb mit dem kleinen Jungen in Weißrussland allein zurück, während der Vater Igor ein paar Jahre lang in Oslo hart arbeitete, um Geld zu sparen und in die Lage zu kommen seine Familie in dieses skandinavische Land zu bringen. Es muss eine einsame und schwierige Zeit für sie alle gewesen sein.

Doch dann war der GROSSE Tag da! Alexander, der fünf Jahre alt war, und seine Mutter bestiegen einen Zug nach Oslo. Sie reisten  zwei Tage lang durch das Herz von Europa und wurden von Alex’ Vater und der frischen norwegischen Luft begrüßt. Bald fanden sie ein Haus in Nesodden auf der Halbinsel Nesoddtangen im Osloer Fjord. Sie leben übrigens bis heute noch in Nesodden.

Bis zu diesem Zeitpunkt war Alexander das Klavierspielen beigebracht worden, und als sie in Norwegen angekommen waren, begann sein Vater ihn auf der Geige zu unterrichten. Sehr bald erkannte Igor, dass sein Sohn ein großes musikalisches Potential hatte, und beschloss den Fokus seines Sohnes auf die Violine zu lenken.

Während die meisten norwegischen Kinder damit beschäftigt waren draußen zu spielen, musste Alexander jeden Tag drinnen bleiben und stundenlang Geige spielen. “Das stinkt mir!” denkt er. “Ich will nicht!” sagte er seinen Eltern. Es nützte nichts. Manchmal machte dies Alex sehr frustriert und wütend. Um ihn zu beruhigen, kauften ihm seine Eltern LEGO zum Spielen. Das machte es ein bisschen besser! 🙂

Das Leben war nicht so einfach für den jungen Geiger. Er sprach kein Norwegisch, und somit konnten er die Kinder in der Schule nicht verstehen, und sie konnten ihn nicht verstehen. Das machte den kleinen Jungen traurig. Einige der Kinder waren auch nicht so nett zu ihm – er sah anders aus, war anders gekleidet, und spielte Geige die gaanze Zeit! Leider schikanierten ihn einige Kinder deswegen. Zum Glück hat er es geschafft, ein paar enge Freunde zu finden, und sie halfen ihm durch den Tag zu kommen.

Später, als er das Alter von zehn Jahren erreichte und auf die Musikhochschule “The Barrat Due Academy” in Oslo wechselte, bekam Alex eine Menge Freunde. Wie er das geschafft hat, fragst du? Durch Witze machen! Deswegen ist er heute so lustig – er blödelt herum, seit seiner Kindheit 😉  Und das ist eine Sache, die wir am ihm mögen: seinen Sinn für Humor!

Aber Witze machen war nicht genug, um die Mädchen zu beeindrucken. Er dachte viel darüber nach und entschied Sänger zu werden! (Na ja, ihr wisst, Mädchen mögen Sänger;)) Aber wie sollte er das anstellen? Er dachte noch etwas mehr nach.

Als Student an der Musikhochschule wurde dem der Fiedler inzwischen klar, dass seine Lehrer und Eltern von ihm wollten, dass er Musik eher konventionell aufführen sollte. Das war nicht gerade das, was er hören wollte. Er kämpfte mit ihnen und versuchte, Musik so zu spielen wie er meinte, dass sie seinem Herzen entsprechend gespielt werden sollte. Manchmal gewann er die Kämpfe; andere Male wurde er nicht gehört.

Alexander begann bald die drei wichtigsten Dinge zu erkennen, die sein Leben für immer beeinflussen sollten:

1.

Die meisten Menschen glaubten nicht an Alex’ Vorstellung, wie Musik gespielt werden sollte, und so war tatsächlich eines der größten Hindernisse, mit denen er konfrontiert war, Menschen dazu zu bringen ihm zuzuhören. Allerdings – wenn er es geschafft hatte, waren die Überraschung in den Gesichtern seiner Zuhörer – mit Augen, die träumerisch funkelten und einem Lächeln, das den gesamten Raum erleuchtete – das Beste, was er je erlebt hatte! Das Gefühl, das ihn überkam, wenn er Leute so zum Lächeln brachte, war “fantastisk” (norwegisch für “fantastisch”). Er kam zu dem Schluss, dass es das Beste sei zu tun, was einem das Herz sagt, egal, was andere behaupten könnten.

“Eines Tages, werdet ihr alle es sehen!” Und er hatte recht: wir sehen es jetzt. 🙂

2.

Das Leben ist manchmal sehr kompliziert. Zum Beispiel wurde er zwar in Weißrussland geboren, lebte jedoch die meiste Zeit seines Lebens in Norwegen. Ist er nun Weißrusse oder Norweger? Für die Weißrussen wird er immer norwegisch sein, und für die Norweger weißrussisch. Sehr verwirrend, wie ihr seht. Es gibt keine richtige oder falsche Antwort. Wie kann man sie also beantworten? Der Trick ist, es einfach zu halten! “Meine Wurzeln sind menschlich” Alexander erkannte, dass die schönsten Dinge in der Welt oft die einfachsten sind: die Luft in den Bergen auf der norwegischen Insel Giske zum Beispiel. Oder norwegische Volkslieder und alte sowjetische Film-Soundtracks: ihre Melodien sind schön, weil sie einfach sind. Oder lächelnde Mädchen: nur ein Lächeln, ein einfaches Lächeln, und er hat wieder den Kopf verloren! Ja, ja – er dachte ooooft an Mädchen!

3.

Wenn man neue Dinge ausprobiert, macht man zwangsläufig Fehler – weil man sie noch nie zuvor gemacht hat! Das macht Sinn. Er wird bestimmt Fehler machen, und er wird von ihnen lernen. Er weiß, dass er nie den Glauben an sich selbst verlieren sollte, und nie versuchen sollte, jemand zu sein, der er nicht ist oder Dinge zu sagen, die andere Leute von ihm hören wollen. Es ist besser Fehler zu machen als aufzuhören sich selbst treu zu sein.

So vergingen die Jahre, und der Wunsch seinen Traum zu erfüllen, wurde stärker (während sein Interesse an Mädchen auch stärker wurde – LOL, ich bleibe hier bei meiner Theorie, Leute. Warum? Siehe Punkt 3. Alex hatte großes Glück, denn er stellte sich heraus, dass er sich zu einem wirklich süßen Teenager entwickelt hatte. (Na ja, er hatte auch Pickel, aber er sah trotzdem wirklich gut aus). Und er entwickelte ein immer größer werdendes Interesse an Gesang und Jazzmusik. Seit er ein kleiner Junge war, hatte er Songs komponiert, und so war es nur natürlich, dass er seine Musik mit der Welt teilen wollte. Er wollte gesehen werden! Er wollte auf der Bühne stehen! So entschied er sich das Terrain der Popmusik zu sondieren.

Ihr könnt euch den Schock vorstellen, den seine Eltern (die klassische Musiker waren) und seine Musiklehrer bekamen, zumal er ein solch begabter Geiger war. Er hatte schon zahlreiche klassische Musikwettbewerbe gewonnen, unter anderem den Anders-Jahres-Kulturpreis im Jahr 2004. Sie versuchten ihn davon abzubringen. Gut, dass er in seinem Herzen schon seine Drei-Punkt-Theorie aufgestellt hatte – das glaube ich zumindest. 😉

In einem ersten Schritt, versuchte er es mit einer Teilname bei der norwegischen TV-Sendung “Idol” und sang dort “My Song”. Er scheiterte und wurde abgelehnt. (Vielleicht wurde er abgelehnt, weil es nicht wirklich “sein Song” war.) Wie auch immer, er wusste, dass er nicht gut gewesen war, und so hat er noch mehr geübt und es dann im Jahr 2006 bei dem norwegischen Fernsehwettbewerb “Kjempesjansen” probiert. Diese Show hat ihm im Grunde zugerufen “Das ist DIE Chance deines Lebens, Alexander Rybak! Zeig uns, aus was für einem Holz du wirklich gemacht bist. Jetzt oder nie! “

Zu diesem Zeitpunkt sprach Alexander fließend Norwegisch, so dass er die Bedeutung von “Kjempesjansen” verstanden hatte. Er ging nach Hause und komponierte seinen jazzigen Song “Foolin ‘” Dieses Mal hatte er auf sein Herz gehört. Punkt 4 wurde in die Liste aufgenommen: den Menschen eine Geschichte erzählen! Eine Geschichte über sich selbst. In dieser Show begleitete er sich nun selbst auf mehreren Instrumente und sang einen Song, der wirklich “sein” Song war – und er gewann überwältigend!

Es begann für den Geiger gut zu laufen! Er wurde für seine eigene einzigartige Musik (Punkte 1, 2, 3 und 4) anerkannt. Er beeindruckte ein paar Leute im norwegischen Musikgeschäft und wurde eingeladen in dem Musical “Der Fiedler auf dem Dach”aufzutreten – aber das war noch nicht alles: Er galt als ein solch kostbares Talent, dass die Produzenten des Musicals einen Teil speziell für ihn schrieben! Einen Teil, der in der ursprünglichen Produktion nicht vorgekam! Er sammelte eine Menge Erfahrung im Theater (97 Aufführungen) und bewies, dass er war auch kein schlechter Schauspieler war. Seine Leistung in dem Musical wurde mit dem “Hedda-Preis” im Jahr 2007 ausgezeichnet, und dies führte zu dem Angebot einer Nebenrolle in dem Kinderfilm “Yohann – Barnevanderen” (Yohann – Kinderwanderer), wo er einen Zigeuner spielte.

Danach nahm der Geiger seine Geige und ging wieder “loffen” (oder so ähnlich) auf der Insel Giske – das macht er im Sommer gerne. “Loffen” ist eine norwegische Tradition, bei der Wanderer an die Türen der Einwohner klopfen und, im Austausch für etwas Hilfe bei der Hausarbeit, die Nacht in deren Häusern verbringen dürfen, etwas zu essen erhalten und die Gastgeber kennenlernen. Hier machte der Geiger die Erfahrung, dass es keine so gute Idee ist, mit Mädchen zu flirten, wenn deren Väter dabei sind.

Wie auch immer, da der Fiedler nicht wirklich Schränke bauen kann und auch nicht so gut beim Abwasch ist, spielte er seine Geige und sang für die Gastgeber. Zu dem Zeitpunkt war er ziemlich populär in Norwegen, und so fingen die Leute nach einiger Zeit an, ihm auf seiner Reise zu folgen, wie in dem Film “Forrest Gump”.  🙂

Eines Tages machte der Geiger beim Wandern eine Rast auf einem Berg. Die Aussicht war unglaublich! Die Natur war überwältigend! Die Wärme der Sonne weckte die Lebensgeister! ! (LOL, ich rede so als wäre ich dort gewesen. Zur Information: ich war es nicht). Alex holte die Geige aus seinem schwarzen Kasten und ließ seine Hände tun, was sie wollten. Nach einiger Zeit des Spielens und Abdriftens in einen kleinen Tagtraum, hörte er sich eine Melodie spielen. »Das klang schön! Was war das noch mal? ” Erst später erkannte er, dass die Melodie seine eigene Schöpfung war! In den folgenden Tagen summte er sie beim Wandern. Stück für Stück, Wort für Wort, wurde ein Song geboren. Ein Lied über eine verlorene erste Liebe und ein Lied über den Glauben an die Liebe! Ein Märchen (Fairytale)! Er ging durch seinen Vier-Punkte-Plan seines “Erfüll dir deine Träume” Projekts und kam zu Nummer 2.

Es war ihm schon sehr früh klar, dass er dieses Lied an einem Ort aufführen sollte, an dem es die Anerkennung bekommen würde, die es verdiente: dem Eurovision Song Contest!

Es war, als ob das Schicksal ihm den Weg bereitet hätte: in jenem Jahr sollte der Wettbewerb in Moskau stattfinden! Er, der in der Sowjetunion geboren war, sollte bei einem Wettbewerb vor Menschen auftreten, die ihm in Geschichte, Kultur und Sprache verbunden waren! So viel Schicksal, dass man ausflippen könnte, um ehrlich zu sein. So gab es Blut, Schweiß und Tränen beim Nonstop-Üben in den folgenden sechs Monaten vor dem Wettbewerb.

Es gab noch ein anderes erstaunliches in-die-Sterne geschriebenes Element bei diesem Eurovisions-Märchen: sein Weg wurde von einer Gruppe von Tänzern gekreuzt, die die Tradition der norwegischen Volkstänze aufrecht erhalten, der “Frikar Dance Company”. Ihre Anwesenheit auf der Bühne hinter diesem Jungen, der früher einmal fremd und doch von der Welt verzaubert war – und nun die Macht hatte, die Welt zu verzaubern- erhob die einfache Melodie, in der die  Akkorde der Magie schwingen, in höhere Sphären.

Der Rest ist Geschichte, meine Freunde!:)

Er kam.  Er sah.  Er siegte.

“The greatest thing you’ll ever learn is to love and be loved in return.”(“Die größte Sache, die du je erfahren wirst, ist zu lieben und geliebt zu werden!”)

“Was bedeutet dieses Zitat, Irena?”, fragt ihr. Nun, das Leben geht weiter … nach einiger Zeit wird das Drei-Punkte-Programm des Projekts “Lebe deine Träume” zu einem Vier-Punkte-Programm … und dann, mit neuen Träumen, ein Sechs-Punkte-Projekt …ihr wisst, was ich meine.

Also, das ist nicht das Ende eines Märchens …

… DAS IST ERST DER ANFANG!

***

LEBENSLAUF

* Geburtsdatum: 13. Mai 1986
* Geburtsort: Minsk (Weißrussland)
* Mutter: Natalia Gurina
* Vater: Igor Rybak

* Einwanderung nach Norwegen: 1991/1992

* Student der klassischen Musik und Violine am “Barrat Due Academy” in Oslo
* Dirigent des “Ung Symfoni” Orchester in Bergen (Norwegen)
* “Anders Award” 2004
* Teilnahme an der TV-Sendung “Idol” im Jahr 2004* “Kjempesjansen” 2006 mit dem selbst komponierten Song “Foolin”* “Heddaprisen” für “Fiddler on the Roof” 2007
* Nebenrolle in dem Film “Yohan” (2010 veröffentlicht)

* ESC 2009: 387 Punkte von insgesamt 2436 Punkten, ein Rekord in der Geschichte des Eurovision Song Contests… 15,89% stimmten für ihn

*  ESC.today: Preis für den besten männlichen Auftritt beim ESC  2009 mit 47,8% der Stimmen.
* “Marcel Bezencon Award: Press Award 2009” beim ESC
* Das Video von seinem Auftritt mit “Fairytale” beim ESC wurde auf YouTube mehr als 60 Millionen Mal angeklickt.
* Am 18. Mai erreichte “Fairytale” Platz 1 bei iTunes

* Hauptrolle in dem Opern-Musical “Some Sunny Nights” 2009  *norwegische Synchronstimme für den Animationsfilm “Dragetreneren” (Drachenzähmen leicht gemacht) 2010 , (DreamWorks)

Spezielle Talente
Sprachen: Russisch, Norwegisch, Englisch
Instrumente: Violine, Klavier, Gitarre, Geige als Banjo gespielt 😉
Singen
Gesichtsakrobatik
Flirten :)))
zieht verdammt talentierte und lustige Menschen an (!) :P